Interventionelle Radiologie · Städtisches Klinikum Karlsruhe
TAPE & Gelenkembolisation in Karlsruhe
Eine mögliche Ergänzung bei ausgewählten chronischen Gelenkschmerzen.
Bei ausgewählten chronischen Gelenkbeschwerden kann eine Gelenkembolisation geprüft werden. Sie richtet sich gegen auffällige kleine Gefäße in schmerzhaften Gelenkregionen. Die Methode ersetzt keine sorgfältige orthopädische Diagnose und muss anhand der jeweiligen Erkrankung eingeordnet werden.
- Begriffe
- GAE am Knie · TAPE als übergeordneter Begriff
- Ziel
- Beschwerden bei geeigneter Auswahl verringern
- Einordnung
- Langzeitnutzen und Patientenauswahl weiter in Untersuchung
Für wen kommt eine Gelenkembolisation infrage?
Anhaltende Knieschmerzen können viele Ursachen haben. Vor einer Entscheidung werden deshalb Beschwerden, Untersuchung, Bildgebung und bisherige Therapien zusammen betrachtet. Besonders wichtig ist, ob konservative Maßnahmen ausreichend genutzt wurden und ob eine andere Behandlung vorrangig ist.
Am Klinikum Karlsruhe wird die Gelenkembolisation als Teil der Behandlungsoptionen bei Kniebeschwerden beschrieben. Das Angebot wurde auch in einer gemeinsamen Patientenveranstaltung von Orthopädie und Radiologie vorgestellt.
Was bedeuten GAE und TAPE?
GAE bezeichnet die Embolisation genikulärer Arterien, also von Gefäßen am Knie. TAPE steht für transarterielle periartikuläre Embolisation und beschreibt den übergeordneten Ansatz an Gefäßen in Gelenknähe. Die Begriffe stehen damit nicht für identische Behandlungen an jedem Gelenk.
Über einen Katheter werden geeignete kleine Gefäße unter Bildkontrolle aufgesucht und gezielt embolisiert. Ziel ist eine Beschwerdelinderung. Verschlissener Knorpel wird dadurch nicht neu aufgebaut.
Fachliche Grundlagen: [2]
Wie belastbar ist die wissenschaftliche Grundlage?
Die Gelenkembolisation ist ein Verfahren in weiterer wissenschaftlicher Bewertung. Die britische Bewertungsinstitution NICE beurteilt die Belege zu Wirksamkeit und langfristiger Sicherheit bei Kniearthrose als noch nicht ausreichend und empfiehlt die Anwendung dort im Forschungskontext.
Diese Einordnung ist keine deutsche Zulassungsregel. Auch in Deutschland werden Evidenz und Versorgung derzeit fachlich diskutiert; die DeGIR hat dazu 2026 Stellung genommen. Mögliche Vorteile, Unsicherheiten und Alternativen müssen offen besprochen werden. Ergebnisse bei einer bestimmten Gelenkerkrankung lassen sich nicht pauschal auf jede andere Schmerzursache übertragen.
Alternativen, Risiken und Verlauf
Physiotherapie, Bewegungstherapie, eine angepasste Schmerzbehandlung und gegebenenfalls operative Verfahren bleiben Teil der Behandlung. Eine Embolisation ist kein pauschaler Ersatz für einen medizinisch notwendigen Gelenkersatz.
Zu besprechen sind unter anderem Blutungen am Zugang, Kontrastmittelreaktionen, Strahlenbelastung sowie eine unbeabsichtigte Beeinträchtigung der Durchblutung außerhalb des Zielgebiets. Auch eine ausbleibende oder nur vorübergehende Besserung ist möglich.
Nach der Behandlung müssen Schmerzen, Beweglichkeit und Alltagsfunktion im Verlauf beurteilt werden. Die weitere orthopädische Betreuung und eine passende Bewegungstherapie bleiben wichtig.
Häufige Fragen zu Gelenkembolisation / TAPE
Was bedeutet TAPE bei Gelenkschmerzen?
TAPE steht für transarterielle periartikuläre Embolisation: eine Katheterbehandlung gelenknaher Gefäße. Sie ist keine Behandlung mit aufgeklebten Kinesio-Tapes. Die Eignung wird nach orthopädischer und radiologischer Beurteilung geklärt.
Kann eine Gelenkembolisation Arthrose heilen?
Nein. Sie zielt auf eine mögliche Beschwerdelinderung und stellt verlorenen Gelenkknorpel nicht wieder her. Ob sie sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab.
Ist das Verfahren für alle Gelenke gleich gut untersucht?
Nein. Die Datenlage unterscheidet sich je nach Gelenk, Erkrankung und Technik. Deshalb wird die Aussagekraft der Studien für Ihre konkrete Fragestellung besprochen.
Ihr nächster Schritt
Persönliche Beratung in Karlsruhe
Bringen Sie orthopädische Befunde, vorhandene Röntgen- und MRT-Aufnahmen sowie Angaben zu Physiotherapie, Medikamenten und früheren Gelenkeingriffen mit. Notieren Sie, bei welchen Bewegungen die Beschwerden auftreten und wie stark sie Ihren Alltag einschränken.
Bitte bringen Sie außerdem Ihren aktuellen Medikamentenplan mit und nennen Sie bekannte Allergien. Welche Unterlagen zusätzlich benötigt werden und wie Sie Bilddaten sicher übermitteln können, erläutert Ihnen die Anmeldung. Medikamente bitte nur nach ärztlicher Rücksprache verändern.
Behandlungsort: Städtisches Klinikum Karlsruhe, Moltkestraße 90, 76133 Karlsruhe. Für kurzstationäre Überwachung und interventionelle Versorgung stehen zwei Betten zur Verfügung. Art und Dauer eines Aufenthalts richten sich nach dem Eingriff und Ihrem Gesundheitszustand.
Eine Anfrage ist noch keine Zusage für einen Eingriff. Die persönliche Beratung klärt Nutzen, Risiken und Alternativen. Bei einem akuten medizinischen Notfall wählen Sie 112.
Fachliche Grundlagen & weiterführende Informationen
- SKK: gemeinsame Patienteninformation zu Kniearthrose und Gelenkembolisation ↗
- NICE: Bewertung der GAE bei Kniearthrose (HTG595, vormals IPG708) ↗
- ACR / RSNA: Katheterembolisation und mögliche Risiken ↗
- DeGIR: TAPE in der klinischen Praxis, August 2026 ↗
Redaktionell verantwortlich: PD Dr. med. Jonathan Nadjiri · Redaktioneller Stand: 26. September 2026. Die Inhalte wurden mit KI-Unterstützung erstellt und anhand der verlinkten Fachinformationen formuliert. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche Aufklärung.