Interventionelle Radiologie · Städtisches Klinikum Karlsruhe
TIPS in Karlsruhe
Eine Entlastung für das Pfortadersystem.
Bei bestimmten Folgen eines Pfortaderhochdrucks kann eine künstliche Gefäßverbindung innerhalb der Leber helfen. Am TIPS-Zentrum des Städtischen Klinikums Karlsruhe wird geprüft, ob der Eingriff zu Ihrer Lebererkrankung und Ihrer gesundheitlichen Situation passt.
- Verfahren
- Katheterbehandlung innerhalb der Leber
- Ziel
- Den erhöhten Druck im Pfortadersystem senken
- Entscheidung
- Individuell mit den beteiligten Fachdisziplinen
Wann kommt ein TIPS infrage?
Bei einer Leberzirrhose kann sich Blut vor der Leber stauen. Mögliche Folgen sind Bauchwasser, auch Aszites genannt, oder erweiterte Venen in Speiseröhre und Magen, die bluten können. Ein TIPS kann bei ausgewählten Patienten Teil der Behandlung sein.
Die Entscheidung hängt unter anderem von Leberfunktion, Herzbelastbarkeit, bisherigen Behandlungen und Gefäßverhältnissen ab. Auch bereits aufgetretene Verwirrtheitszustände werden berücksichtigt. Ein TIPS ist deshalb keine allgemeine Lösung für jede Leberzirrhose.
Wie funktioniert die TIPS-Anlage?
TIPS steht für transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunt. Über eine Vene am Hals wird ein Katheter bis zur Leber geführt. Unter Bildkontrolle entsteht dort eine Verbindung zwischen Pfortader und Lebervene, die mit einer Gefäßstütze offen gehalten wird.
Dadurch kann ein Teil des Blutes die Leber auf einem kürzeren Weg passieren. Narkoseverfahren, Überwachung und stationärer Aufenthalt werden entsprechend dem Befund geplant. Voraufnahmen und Laborwerte helfen bei der Vorbereitung.
Nutzen, Risiken und andere Behandlungswege
Ein TIPS kann den Pfortaderdruck verringern. Gleichzeitig gelangt Blut teilweise an der Entgiftungsfunktion der Leber vorbei. Dadurch kann eine hepatische Enzephalopathie mit Konzentrationsstörungen oder Verwirrtheit entstehen oder zunehmen. Auch eine stärkere Belastung des Herzens, Blutungen und eine Verschlechterung der Leberfunktion sind möglich.
Welche Rolle Medikamente, endoskopische Verfahren, Bauchwasserpunktionen oder eine Transplantationsabklärung spielen, entscheidet das Behandlungsteam anhand der Grunderkrankung. Ziel ist eine begründete Auswahl unter diesen Möglichkeiten.
Die Nachsorge gehört zur Behandlung
Nach der Anlage werden Befinden, Laborwerte und die Funktion des TIPS kontrolliert. Ultraschall kann zeigen, wie das Blut durch die Verbindung fließt. Bei einer Funktionsstörung kann eine erneute Katheterbehandlung notwendig werden.
Lassen Sie sich vor der Entlassung erklären, welche Kontrollen vorgesehen sind und an wen Sie sich bei Beschwerden wenden sollen. Neue Verwirrtheit oder eine deutliche Verschlechterung benötigen rasche ärztliche Abklärung; eine akute schwere Blutung ist ein Notfall.
Fachliche Grundlagen: [2]
Häufige Fragen zu TIPS
Heilt ein TIPS die Leberzirrhose?
Nein. Der Eingriff behandelt ausgewählte Folgen des erhöhten Pfortaderdrucks. Die zugrunde liegende Lebererkrankung muss weiter betreut werden.
Kann ein vorhandener TIPS überprüft werden?
Bei vermuteter Funktionsstörung kann das Behandlungsteam Bildgebung und gegebenenfalls eine kathetergestützte Kontrolle oder Revision prüfen. Bringen Sie den Eingriffsbericht und vorhandene Verlaufsbilder mit.
Ihr nächster Schritt
Persönliche Beratung in Karlsruhe
Für die TIPS-Beratung sind insbesondere hepatologische Arztbriefe, aktuelle Laborbefunde, vorhandene CT-/MRT- oder Ultraschallbilder und Berichte über frühere Blutungen oder TIPS-Eingriffe hilfreich.
Bitte bringen Sie außerdem Ihren aktuellen Medikamentenplan mit und nennen Sie bekannte Allergien. Welche Unterlagen zusätzlich benötigt werden und wie Sie Bilddaten sicher übermitteln können, erläutert Ihnen die Anmeldung. Medikamente bitte nur nach ärztlicher Rücksprache verändern.
Behandlungsort: Städtisches Klinikum Karlsruhe, Moltkestraße 90, 76133 Karlsruhe. Für kurzstationäre Überwachung und interventionelle Versorgung stehen zwei Betten zur Verfügung. Art und Dauer eines Aufenthalts richten sich nach dem Eingriff und Ihrem Gesundheitszustand.
Eine Anfrage ist noch keine Zusage für einen Eingriff. Die persönliche Beratung klärt Nutzen, Risiken und Alternativen. Bei einem akuten medizinischen Notfall wählen Sie 112.
Fachliche Grundlagen & weiterführende Informationen
Wissenschaftliche Arbeiten mit Beteiligung von PD Dr. Nadjiri
- Effects of Postinterventional Antithrombotic Use on Transjugular Intrahepatic Portosystemic Shunts: Evaluation of DeGIR Registry Data (Germany, 2021-2024). (2026)
- Transjugular intrahepatic portosystemic shunt creation (TIPS) in the angio-CT-a hybrid intervention with image fusion. (2023)
Die Arbeiten beleuchten einzelne Fragestellungen und belegen keine pauschale Wirksamkeit für jeden Behandlungsfall.
Redaktionell verantwortlich: PD Dr. med. Jonathan Nadjiri · Redaktioneller Stand: 26. September 2026. Die Inhalte wurden mit KI-Unterstützung erstellt und anhand der verlinkten Fachinformationen formuliert. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche Aufklärung.